Dadman-Jahresrückblick

Dadman-Jahresrückblick

Das Jahr 2020 hat uns alle kalt erwischt. Nicht nur zu Anfang, als der Kalender standesgemäß noch auf Winter eingestellt war. Vielmehr währenddessen, als sich zu den winterlichen Temperaturen auch noch ein mutierter Krankheitserreger gesellte und der asiatische Raum über Nacht zum Paketumschlagplatz für ein Virus wurde, das irgendein Zipfelklatscher nach einem mexikanischen Bier benannte. Und das Tausende grenzübergreifend dahinraffte. Einfach so.

Was die meisten zunächst für Kokolores hielten, wurde spätestens Mitte März innerhalb Deutschlands bittere Realität. Die Bundesregierung, angeführt von einem promovierten Godzilla im langweiligen Damen-Zweiteiler, packte den Basketballschläger aus und sorgte mit dem ersten Lockdown für den bundesweiten Wechsel von Alltag zu Lotterleben. Sogar im Siegerland, der Region der Mittelspurschleicher, blieb einstweilen die mittlere Spur leer. Im Sauerland knöpfte man sich den oberen Hemdknopf zu, was beileibe nur im Notfall passiert. Auch die tapferen Kapitäne der Oberweserdampfschifffahrt hingen ihre Dampfschifffahrtskapitänsmützen an den Nagel und steuerten ihre Fischkutter gen Homeoffice. Der Markt für Zimtfischchen brach ein. Die Quietscheenten zogen mit langen Gesichtern in den Tierpark. Besuche bei de Omma fielen unverzüglich und ersatzlos aus. Umgehend brach obendrein eine Klopapiernotstandssituation aus, die vor allem nach einer deftigen Portion Obatzda oder spontan eintretender Diarrhöen die allgemein eher entspannende Klolektüre zur Farce werden ließ. Holla die Waldfee, dieses Virus ist ein echter Arschkeks. Rückblickend ist das einzig Positive, dass uns frühzeitig wärmender Sonnenschein heimsuchte, als das Wetter den Frühlingsmotor an- und die Kälte damit rausschmiss.

Zünftiger Ringelpiez startete prompt von Nord nach Süd. Die Menschen, vor allem die jungen, brachten ihre Desoxyribonukleinsäure in Wallung, feierten mit Äppelwoi vom Brechreiz bis zur Sakralanästhesie und waren neben vielerorts überfüllten Bimmelbahnschienenersatzverkehromnibussen mutmaßlich der Grund dafür, dass am Ende des Sommers der ganze Murks von vorne losging. Oh manno Maus!

Wie ein Laktovampir die mütterliche Milch, zog uns die so genannte zweite Welle nun erneut den Alltag unter den Füßen weg. Da waren wir also wieder, zwar ein wenig älter, aber gefühlt nicht schlauer als zuvor. Zumindest einige von uns. Dass wir uns alle während des Sommers hier und da wie ein Eierschalensollbruchstellenverursacher auf dünnem Eis bewegten, und es am Ende brach, ist humorlose Realität. Ach, Abstandsregeln & Co., alles Papperlapapp. Es fühlte sich eben wieder an wie zuvor. Dieses unbeschwerte Einkaufen im Schleifmaschinenverleih. Das Anstehen in überfüllten Zoos am Eselsbrückenseilbahnrückbringer. Ein Tag mit Jochen Schweizer als Kampfhubschraubertestpilot. Am Ende ging’s halt nur in Flammen auf wie angezündetes Haarspray.

Dummerweise hatte auch so mancher Politiker trotz des erhobenen Zeigefingers hiesiger Virologen zwischen Juni und September einfach vergessen, das Land effizient darauf vorzubereiten. Irgendwo Höhe der Herbstferien verkündeten die gewählten Flitzpiepen, dass das Tragen von Munaske, ein bis zwei Taschenwärmer und dreimal stündlich Lüften knorke genug sei, um die Schüler- und Lehrerschaft in dieser verfriemelten Situation bestmöglich zu schützen. Bei Außentemperaturen, wo sich so mancher Schniedelwutz zur Körpermitte zurückzieht. Ähnlich wie das Muggaseggele der männlichen Stubenfliege übrigens. So lässt es sich doch am besten lernen!

Seiten:Vorherige | Weiter

David

Related Posts

Tag 2 – Lockdown NRW – 12.01.21

Herbstferien, Virus und Weltuntergang

Herbstferien, Virus und Weltuntergang

Ein paar Monate, ein Virus und eine Famile später.

Ein paar Monate, ein Virus und eine Famile später.

Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung

Der Schlaf ist doch die köstlichste Erfindung

1 Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert